Start zum Schwalbenprojekt 6. März 2014
- angelika
- 5. Nov. 2021
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 12. Nov. 2021
Der Naturschutzverein setzt sich 2014 für die Förderung der heimischen Schwalben ein

Die Mehlschwalbe verstehen und schützen. Nur wenn man die Lebensweise dieser Tiere versteht, kann man sie richtig schützen.
Rund fünfzig interessierte Zuhörerinnen und Zuhörer waren der Einladung der Naturschutzvereine Rothrist und Vordemwald gefolgt, und lauschten am 6. März dem Referat von Stefanie Michler (Vogelwarte Sempach) über die Mehlschwalbe, ihre Lebensweise, und ihre Schwierigkeiten in unserer immer steriler werdenden Umgebung zu überleben. Seit 2010 stehe die Mehlschwalbe auf der Roten Liste und dies obwohl dieser Singvogel weitverbreitet sei und teils sogar auf einer Höhe von 2000 Metern noch vorkomme. Anders als die verwandte Rauchschwalbe, auch eine Insektenfresserin, sei die Mehlschwalbe nicht nur in der Nähe von Viehbeständen, sprich Bauernhöfen, anzutreffen.
Gründe für den Rückgang dieser Vogelart gebe es einige:
Die moderne Kubus-Bauweise einerseits bietet kaum mehr Möglichkeiten die Nester an regengeschützter Stelle anzubringen.
Die Bevölkerung toleriert keine auch nur geringfügig verschmutzte Hausfassaden, zudem sind diese meistens glatt und so eher ungeeignet für eine sichere Befestigung.
In der Landschaft fehlen offene Bodenstellen und somit der Baustoff für die Nester.
Das Insektenangebot wird immer geringer… noch vor ein paar Jahren musste bei einer längeren Autofahrt die Frontscheibe unterwegs mindestens einmal gewaschen werden.
Die Zugsrouten sind gefährlich und es kehrt nur ein kleiner Teil der Vögel aus dem Winterstandort südlich der Sahara zurück.
Im kalten und nassen Frühling des letzten Jahres sind viele Jungvögel verhungert.
Frau Michler zeigte jedoch auch auf was bereits getan worden ist und noch getan werden soll, um dieser negativen Entwicklung entgegenzuwirken.
So wird in diesem Jahr von der Vogelwarte zum letzten Mal nochmals eine Mehlschwalben-Volkszählung durchgeführt bei der jedermann mitmachen kann. Unter http://www.delichon.ch/ erfährt man worum es geht. Ebenso wird versucht mittels Kunstnestern, an bereits bekannten von den Schwalben bevorzugten Standorten, das Wohnungsangebot zu erhöhen, da wie schon erwähnt, oftmals die offenen Bodenstellen fehlen und somit das Material aus dem die Nester gebaut würden… Ebenso rief Frau Michler die Zuhörenden zu mehr Toleranz und Akzeptanz für diese gefiederten Glücksbringer, vor allem unter den Hausbesitzern auf. (Mit der Montage von Kotbrettern kann einer Verschmutzung sehr effektiv entgegengewirkt werden.) Im Anschluss an den Vortrag bildeten sich sofort Freiwilligen-Gruppen, die nun im Zweierteam in Rothrist und Vordemwald geeignete Brutplätze besuchen, und mit den Hausbesitzern und Bauern in Kontakt treten und über die Montage von zusätzlichen Kunstnestern verhandeln.
Rothrist möchte gerne etwa 100-150 Kunstnester gleich diesen Frühling montieren, Vordemwald macht dies im nächsten Jahr.
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